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Hello, my friend!

NEUSEELAND

Januar/Februar 2016

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„Hello, my friend.“ – Captain Brad & 147 andere

„Awesome.“  Kate, Peter, …  & 367 andere

„F***ing awesome.“…  Michael,…  & 89 andere

„Nice set up.“ Richard , Sarah,… & 195 andere

„Crazy guys.“ Taylor,…  & 105 andere

 

Knapp zwei Monate und fast 2000 Kilometer auf dem Fahrrad verbrachten wir auf der neuseeländischen Nordinsel. Der Reaktion der Einheimischen nach zu urteilen gibt es nicht viele alleinreisende Väter die ihre Söhne die zahlreichen Berge hinaufziehen und wieder hinabrasen .  Die Folgen nahmen oft bizarre Züge an…  abrupt stoppende Autos und feilgebotene Süßigkeiten (für die Kinder – selbstverständlich), Filmaufnahmen aus fahrenden Fahrzeugen,  wegelagernde Kaltgetränkeanbieter, eine Seniorin die ihr Haus erstmalig für Unbekannte zur Verfügung stellte obwohl der Gatte nicht zugegen war, zahme LKW-Fahrer die uns überreden wollten die Räder aufzuladen,  ein Polizist der Jakob den Pass hinauf chauffierte den er sonst aufgrund Steilheit hätte laufen müssen, erzwungene Pausen (Kinder müssen in Pool schwimmen, Vater muss Bier mit Gastgeberin trinken), ein bedenkenlos überlassenes Auto um mal eben zu den See hochzufahren den wir uns sonst aufgrund abschreckender Höhenmeter geschenkt hätten…  Hello, my friend… selten zuvor wirkte diese Phrase so ernst gemeint wie in den letzten Wochen. Hier könnte es uns, und dies sagen sogar die Kinder, dauerhaft gefallen. Fast könnten wir den Kiwis verzeihen das sie alles mit Stacheldraht und Elektrozäunen abgrenzen , damit Schaf und Kuh nicht abhauen , aber wer schon mal ein Doppelkinderhänger über solche ein Zaun wuchten musste, nur um ein Platz für das Zelt zu finden, weiß das dies nicht immer Spaß macht. 

Auch landschaftlich hat dieser Teil der Erde einiges zu bieten. Der Inselstaates liegt am pazifischen Feuerring und ist mit vulkanischen Aktivitäten gesegnet. Aktive Vulkane, kochende Schlammtöpfe, Sulfatare, Geysire, fauchende Fumarolen…  Leider, und dies ist der Nachteil als alleinreisender Vater,  sieht man die meisten dieser wunderbaren Phänomene nur von Weitem, da die Jungs noch nicht bereit sind mal ein paar Tage mehr zu laufen. Da müssen wir anscheinend später nochmal vorbeikommen… 

Anbei eine kleine Auswahl an Photos. Diesmal etwas kind- statt vulkanlastig. Grüße von der anderen Seite, Arthur, Jakob und Oliver!

 

 

SÜDWEST-PAZIFIK

Der Pazifische Feuerring 

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Wieder unterwegs! Seit einigen Wochen setzen wir unsere Fahrradweltreise um den Pazifischen Feuerring fort. Die nächste Etappe wird uns durch Neuseeland, Fiji, Vanuatu, die Solomonen und Australien führen.

Viele Grüße von der neuseeländischen Nordinsel!

 

 

 

… wir nutzen die Zeit der Winterpause in Deutschland und zeigen den ersten Zwischenbericht unserer Reise um den pazifischen Feuerring.

plakat halle Der Pazifische Feuerring – Teil 1 Von der russischen Halbinsel Kamtschatka bis nach Neuseeland und von Südamerika bis nach Alaska zieht sich die geologisch und vulkanisch aktivste Zone der Erde – der Pazifische Feuerring. Über 40.000 Kilometer rund um den Pazifischen Ozean. Ausgehend von Kamtschatka, ihrer Zweitheimat, haben sich Elena Poddubnaya und Oliver Schmidt zusammen mit ihren Kindern Jakob (4) und Arthur (2) und ihren Fahrrädern auf den Weg gemacht um die schönsten und aktivsten Feuerberge entlang der Pazifikküste zu besuchen. Nach dem ersten Jahr, knapp 10.000 Kilometern und den bereisten Regionen Kamtschatka, Japan, China, den Philippinen und Indonesien sind sie zu Gast in Deutschland und geben den ersten Zwischenbericht …

Termine:

16.10.2015 – Hamburg – Globetrotter Filiale, Wiesendamm 1, 20:30 Uhr

30.10.2015 – Dresden – Globetrotter Filiale, Prager Str. 10, 20:30 Uhr

05.11.2015 – Potsdam – Naturfotoherbst, Lindenstraße 34, 19:00 Uhr

15.11.2015 – Leipzig – „Welt im Sucher“, Pentahotel, Großer Brockhaus 3, 18:00 Uhr

Juni – September 2014

Einige Monate tauschten wir die Fahrräder gegen die Wanderschuhe, das Familienzelt gegen das Küchenzelt und die Subtropen gegen das gemäßigte Klima des Nordens.  Kamtschatka bot wieder die grandiose Kulisse eine eindrücklichen Trekking- und Bergsteigersaison in der unberührten Wildnis. Wir erschlossen uns neue Wanderrouten im Kronotzki Totalreservat und im nördlichen Vulkangebiet, hatten das Glück mit durchweg sehr angenehmen Gästen Reisen zu dürfen und haben unser Blockhausprojekt weiter vorantreiben können.

Nun wäre es an der Zeit die Radreise um den pazifischen Feuerring fortzusetzen, aber die angespannte finanzielle Situation zwingt uns zu einer Zwangspause in Deutschland. Sollte es da draußen Menschen geben, die glückliche Sponsoren werden möchten oder ihre Kamtschatkareise in den kommenden Jahren jetzt schon buchen wollen, melden sich bitte !😉

 

Hati Hati, Bali !

Mai 2014

Familytransport

 

 

Schließe deine Augen und denke an Bali … endlose von Palmen gesäumte Strände, perfekte Surf-, Schnorchel- und Tauchreviere , spektakuläre Vulkanlandschaften, kulinarische Köstlichkeiten, warmherzig lächelnde Menschen und eine reiche vorwiegend hinduistische Kultur die alle Bereiche des Lebens durchzieht, von farbenprächtigen Blumenopfergaben bis zu aufwendigen und tagelangen Prozessionen der Eingeborenen … das Paradies, ein Platz auf dieser Welt wie kein anderer. Nun öffne deine Augen steig in Auto oder Bus, Reise von Resort zum Hotel zur Wellnessfarm und du wirst diese Insel tatsächlich als das letzte Paradies erleben. Steige nun auf dein schwer beladenes Fahrrad, verzurre deine Kinder und du wirst Bali nicht wiedererkennen. Plötzlich bist du sehr langsam und angreifbar. Die auf Touristen spezialisierten Händlerhorden haben leichtes Spiel mit Dir, Preise für die alltäglichsten Dinge schnellen in die Höhe und die Forderung der wegelagernden Kinder nach deinem ‚Money‘ kannst du nur unschwer überhören. Den lautstarken Forderungen der Halbwüchsigen wird gelegentlich mit fliegenden Steinen Nachdruck verliehen, die winkende Hand formte sich geflissentlich in einen gereckten Mittelfinger und das böse F-Wort gehört scheinbar zum guten Umgangston. Was ist denn hier los?

Der Tourismus, und dies ist augenscheinlich, wird der Insel gefährlich. Die Farmer verkaufen ihr Land an Investoren, aus 1000 Jahre alten Reisterrassen werden Hotels, aus Bauernsöhnen Fremdenführer. Für die drei Millionen Touristen pro Jahr sollen in den letzten Jahren über 30.000 neue Hotelzimmer entstanden sein. Ein neuer Flughafen, mit Direktflügen aus Europa wurde ebenfalls errichtet. Jetzt wird das Wasser für die Felder knapp, der Müll nimmt zu und der Massentourismus frisst sich vom Süden her die Küste hinauf. Wenn eine Abhängigkeit vom Tourismus entsteht, ist die Balance in Gefahr. Doch Balance ist alles, worum es im Leben der hinduistischen Balinesen geht. Gute und böse, ordnende und auflösende Kräfte liegen in einem ständigen Kampf, und man muss nicht nur den Göttern Opfer bringen, um ihnen zu danken, sondern auch den Dämonen um sie zu beschwichtigen. Das Fabelwesen Barong, Anführer der guten Geister, und Rangda, die hängebrüstige Königin der Hexen, leben beide im selben Kosmos, beide sind nötig um die Welt in Harmonie zu halten. In den lärmigen Urlaubszentren im Süden ist die Balance durcheinandergeraten. Viele der Balinesen brauchen den Tourismus zum Leben, aber er beunruhigt und verändert sie auch nachhaltig.

So gesehen war unsere Reise durch Bali letztendlich fast ausbalanciert … es gab viel mehr Höhepunke, mit Vulkanbesteigungen, spirituellen Tempelzeremonien, intensive Begegnungen mit Menschen die wir vor allem unseren Kindern verdanken, traumhafte Fahrradpfade, Tagen am Meer und des süßen Nichtstuns und wenige, aber sich in das Gedächtnis eingrabende Tiefpunkte, mit aggresiven Verkäufern,  rücksichtslosen Autofahrern,  Kinder die Wegezoll einfordern und wilde Fluchten im Steinhagel.

Nach über einem halben Jahr entlang des pazifischen Feuerringes und fast 10.000 Kilometern werden wir nun einige Monate pausieren und den Sommer in Kamtschatka verbringen. Wir hoffen nach der Trekking- und Bergsteigersaison im Herbst / Winter die Reise um den Pazifik ab Bali und Lombok  gen Australien, Ozeanien und Neuseeland fortsetzen zu können. Wir geloben regelmäßigere und vielleicht auch umfänglichere Berichterstattungen😉

wenn der Vater mit dem Sohne
It’s more fun in the Philippines

… behauptet seit ein paar Jahren das Tourismus Marketingbüro der Philippinen hartnäckig. Mit Erfolg. Die Bevölkerung ist überzeugt das es in ihrem Land besonders lustig zugeht. Zutreffender wäre allerdings der Slogan: It’s more relaxed in the Philippines.  Der erste Eindruck war, wie auch in den zuvor besuchten Ländern, entscheidend. Japan präsentierte sich freundlich und angenehm zurückhaltend; China laut, dreckig und aufdringlich und die Philippinen unglaublich herzlich, hilfsbereit, lebensfroh und vor allem entspannt. Herzhaftes ungezwungenes Lachen, eine unbändige Lebensfreude, hemmungsloser Tanz und allgegenwärtige Musik bestimmten unsere Zeit in den Philippinen. Allerdings … wäre auch hier die Reise nur ein einziger Popsong … müssen wir leider mitteilen dass dies „Sexy, sexy Lover“, der 80er Jahre Hit von Modern Talking ist.

Oh I tell you once and I tell you twice

I’ll be there for you in your paradise

Oh please stay with me

and I show you what I feel

You’re the nearest thing to heaven girl

Baby just for you, I’ll fly around the world

Oh everything I do, I do it just for you.

My sexy, sexy lover, oh tell me there’s no other

Tell me there’s no other, deep in your heart …

Es reicht nicht das uns russische Mitbürger seit Jahren ausdauernd mit diesem gutfrisierten, mittelmäßigen deutschen Pop Duo quälen, nein, es dröhnt auch lautstark und omnipräsent aus philippinischen Radios, ungezählten Karaoke Bars und Urwalddiskotheken. Dieser unglaublichen Popularität ist nicht beizukommen. Im Gegenteil ich hörte meine Freundin mitsummen, wiegte mich selbst – ja, leibhaftig selbst – im betörenden Rhythmus unter Kokospalmen in einer lauen Tropennacht in einer Dschungeldisko und habe noch Tage später die Melodien beim Radfahren im Ohr.

coco

6 aus 7107

Die Anzahl der Inseln in den Philippinen ist unüberschaubar. Offiziell kursiert die Zahl 7107. Bescheidene sechs davon haben wir in den letzten Monaten bereist, ausgewählt und geleitet von der Idee auch in diesem Inselreich die schönsten Vulkane entlang des pazifischen Feuerringes zu besteigen. Assimiliert an den hiesigen entschleunigten Lebensrhythmus lasen wir uns treiben, von Luzon nach Mindoro, Tablas, Romblon, Sibuyan und Masbate. Für Radfahrer und Inselhüpfer eine sehr reisenswerte Region, allerdings mit der allgegenwärtigen Gefahr hängenzubleiben und das Ziel aus den Augen zu verlieren. Die Kinder genießen die Reise, bzw.es hat sich Normalität eingestellt, obwohl wir viel Aufsehen erregen und die Jungs immer im Mittelpunkt stehen. Wir machen mit dieser Reise, auch in ihren Augen, nichts Besonderes. Da es keinen festen Plan gibt setzen wir uns nicht unter Stress. Lassen alles auf uns zukommen und unser Bauchgefühl entscheidet ob wir Radfahren, auf Bergen rumklettern, mit einem Kajak die Inselwelt erkunden, in die farbenprächtigen tagelangen Fiestas eintauchen und teilhaben oder lieber ein paar Tage pausieren. Ungezählte faule Tage verbrachten wir auch an netten Stränden, und hätten es nicht für möglich gehalten das so etwas auch Spaß machen kann. Die Jungs sind recht verschiedene Charaktere. Während Jakob stundenlang im Hänger sitzen kann, seine Bücher liest oder malt, ist Arthur fast immer vorn auf dem Rad und kommentiert seine Erlebnisse und  Eindrücke. Nur wenn es stundenlang steil bergauf geht, sitzen beide fast immer vorn auf ihren Kindersitzen, sind sehr gesprächig  und rauben uns mit den endlosen Warum-Fragen die letzte Puste und Kraft.

Vier bemerkenswerte Vulkane konnten wir in den Philippinen besuchen und teilweise auch gemeinsam besteigen.

TaalvulkanTaal Vulkan – der Kleine,  oder Matroschkavulkan wie wir ihn tauften (der Hauptkrater des Taalvulkan liegt im Taalsee und im Krater befindet sich wiederrum ein Schwefelsäuresee mit Insel) ist mit einer Höhe von 457 Metern  der kleinste aktive Vulkan der Erde. Mit 47 Kratern gesegnet und mit Touristenhorden gestraft. Der erste von uns besuchte Feuerberg in den Philippinen war einfach zu besteigen, aber machte vor allem Angst. Angst, das alle Vulkane im Inselstaat so vom Tourismusgeschäft erfasst sind und sich die Bevölkerung dadurch nachhaltig verändert hat. Um zur Vulkaninsel zu gelangen braucht man ein Boot. Klar. Schwimmen geht sicher auch dauert aber mindestens 2 Stunden, mit Kindern vielleicht 4, wenn man sie dazu überreden kann. Die Preise für das Boot sind deftig und natürlich im Dorf abgesprochen. Auf der Vulkaninsel befestigt eine Oma unser Boot und hält die Hand auf. 50 Peso, macht mir der Kapitän unmissverständlich klar sind nun fällig. Widerrede zwecklos, verrät mir sein Blick. Vor dem Aufstieg sind noch hochmotivierte Händler zu passieren. Sonnencreme, Postkarten, Sonnenhüte, Wasserflaschen, Mundschutz gegen Staub und Reittiere. Die Horden von Verkäufern werden geflissentlich ignoriert, allerdings werden wir bei dem Maultier schwach. Das könnte den Kindern gefallen … und es ist doch immer besser wenn jemand anderes unsere Kinder trägt. Die  Augen des Maultieres quellen hervor als sich der Maultiertreiber zu den Kindern gesellt. So richtig gefällt uns das nicht. Noch mehr missfällt uns allerding das wir nun unseren Kindern samt Reittier hinterherrennen müssen. Ahhha, jetzt verstehe ich auch wozu der Staubmundschutz gedacht war … Eine knappe Stunde dauert der Aufstieg und wir werden viermal aus dem Hinterhalt abgelichtet. Diese Touristen wundere ich mich im vorbeirennen, werde am Kraterrand allerdings eines Besseren belehrt. Unser eigenes Abbild hinter Glas mit muschelverzierten Bilderrahmen, wird uns präsentiert. Allerliebst. Das wir kaufen steht nicht zur Debatte, sondern nur was wir dafür zu zahlen bereit sind. Tassen und T-Shirts mit unserem Motiv sind ebenfalls noch am Kraterrand erhältlich. Im Nachhinein bedaure ich nicht zugegriffen zu haben, denn solch eine Gelegenheit kommt – hoffentlich – nie wieder.

Mt.Mayon 4Mayon Vulkan – die Schöne. Dieser perfekte 2462 m hohe Stratovulkan ist der Schönste in den Philippinen, wird zu mindestens behauptet, und ist deshalb weiblich … Die Schöne ist allerdings ein Biest. Unberechenbar und eines der aktivsten Vulkane auf Planet Erde. Seit 1900 sind 15 Ausbrüche dokumentiert, die letzten großen 1993 und 2006 töteten mehr als 1000 Menschen und haben die Behörden sensibilisiert. Schon bei geringen Anzeichen von Aktivität wird der Vulkan weiträumig abgesperrt und eine Besteigung untersagt. So wird auch uns nicht gestattet den Mayon komplett zu besteigen. Maximal auf 1600m dürfen wir vordringen und sind angehalten einen Guide zu engagieren. Jakob hat kein Verständnis dafür das Papa in Kamtschatka aus glühenden 1000°C Lavaströme Proben nehmen kann, und wir hier einen nur rauchenden Vulkan nicht besteigen dürfen. Die  Kinder finden zunehmend Gefallen an den feuerspuckenden Bergen und wollen nun immer mit. Wenn die Wanderung mehrere Tage dauern soll ist das Logistisch nicht ganz so einfach. Am Mayon buchen wir das Familienprogramm. Zum Guide, der bei der Wegfindung im dichten Regenwald nicht zu unterschätzen ist, kommen noch Träger dazu die die Campingausrüstung und vor allem Wasser für mehrere Tage transportieren. Die Kinder trugen wir meist auf unseren Schultern, zu einem wegen giftigen Getier und Pflanzen und zum anderen weil der Guide vornweg rannte und wir den Anschluss nicht verpassen wollten. Tropische 40°C, Kind auf dem Schultern, schwerer Rucksack, Laufschritt bergauf macht nur bedingt Spaß und ließen uns gelegentlich an unseren Verstand zweifeln. Nach stundenlangem schweißtreibendem Marsch über schwarze Aschefelder und halbdunkle Regenwälder richteten wir auf 700 m unser Basislager ein.  Die Kinder wurden hier deponiert und nacheinander bestiegen Lena und ich den Mayon soweit es erlaubt war und noch etwas darüber hinaus. Beide waren wir uns einig: die Schöne Dame ist aus der Ferne eine Augenweide,  beim näheren und Nahen betrachten allerdings verbraucht, verlebt und ihrem Ruf nicht gerecht. Für die Kinder waren die mit Regenwasser gefüllten Basaltauswaschungen der Höhepunkt der Wanderung. Nicht so für die hiesigen Frösche … ihr Aufatmen war nur allzu deutlich zu vernehmen als unsere Jungs den Vulkan wieder heruntergetragen wurden.

MMt.Guiting-Guiting Messers Schneide 2t.Guiting-Guiting – der schwerste Vulkan der Philippinen.  Nachdem wir die  beiden Nachbarinseln Romblon und Sibuyan, aufgrund von zahlreichen endemischer Fauna- und Floraformen auch das Galapagos von Asien genannt, mit den Fahrrädern umrundet hatten, war uns das Wetter holt und einer von uns beiden durfte den 2058 m hohen Mt.Guiting-Guiting, kurz G2, besteigen. Die Münze entschied und die Wahl fiel auf mich. Dem Vulkan eilt der Ruf voraus der schwerste zu besteigende Berg in den Philippinen zu sein. Die Region um den G2 ist Naturpark und darf nach den hiesigen Regulationen nur mit einem Bergführer besucht werden.  Drei Tage werden für eine Überschreitung kalkuliert und bei der Parkverwaltung abgerechnet, auch dann wenn weniger Zeit benötigt wird. Eine Philippinische ABM – Maßnahme.  Der Guide war schnell gefunden, der Proviant erstanden und Mitten in der Nacht stiegen wir direkt am Meer, der Sibuyan See,  von der Westseite in die Route ein. Eine Stunde bis zum Berg und 10 Stunden  durch unwegsamen, steilen und glitschigen Regenwald bis zum Gipfel. Der Vulkan ist nicht aktiv und der Gipfel birgt keinen Krater, allerdings ist die Aussicht, vor allem auf die Nordflanke alle Mühen des Aufstieges wert.  Der Abstieg über die Nordroute, mit Gratpassagen `Messers Klinge‘ genannt und unzähligen Klettereinlagen mit griffigen Fels sind die Höhepunkte der Wanderung. Unter guten Bedingungen hätte man die Überschreitung trotz der über 2000 Höhenmeter  in einem Tag schaffen können, allerdings sollte man sich in einer Seilschaft anpassen. Wir übernachten auf einen Nachbargipfel vom G2 und steigen am nächsten Morgen im strömenden Regen vom Berg.  Der Guide sichtlich gezeichnet von dem Strapazen, aber zufrieden. Ob der G2 nun tatsächlich der am schwersten zu besteigende Berg in den Philippinen ist, kann erst nach der Betrachtung aller weiteren 46 aktiven Vulkane beurteilt werden.

Mt.Pinatubo KraterseePinatubo Vulkan – der Gewaltige.  Zum Abschluss an unseren philippinischen Vulkanreigen besuchten wir den familientauglichen Pinatubo Vulkan. Der große Ausbruch vom 15.Juni 1991 blies 300 Meter vom Gipfel weg und reduzierte ihn auf 1450m, produzierte eine vierzig Kilometer hohe Aschesäule,  veränderte das Weltklima und hat ganz nebenbei die Amerikaner entsorgt. Für was Vulkane doch alles gut sind … Bis dato unterhielten die US Amerikaner eine große Militärbasis in der Nähe des Vulkanes. Beim Ausbruch `91 allerdings zerstört und die philippinische Regierung nutzte die Gelegenheit die Nutzungsverträge nicht zu verlängern. Auf weiten ebenen Schwemmflächen  gelangt man bis zum Fuße des Vulkanes und kann von dort, selbst mit Kindern in 2 – 3 Stunden zum Kraterrand gelangen. Als Wandermotivation dient hierbei der Süßwassersee im Krater, der nicht nur die Kinder zum Bade einlädt.

Sexy, sexy lover

Sexy, sexy Lover 2

Wow, diese Philippinen !  Die Landschaften und Vulkane eindrücklich, die Menschen locker, entspannt, ehrlich und wirklich sehr an den Reisenden aus der Fremde interessiert… Besonders die philippinischen Männer die sich an Komplimenten gegenseitig übertreffen:

„I’m only 25, and available“

„You have beautiful legs“

„You are sooo handsome“

„So sexy“

„Amazing blue eyes“

„I like your big nose“

„I love you, so much“

„What are you doing tonight?“

Danke, Danke, Danke. Hätte wahrscheinlich auch Lena gern gesagt, aber in diesen Fällen war leider immer ich gemeint. Die verstärkte Aufmerksamkeit von Männern und ihre direkte Art war am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Homosexualität ist weit verbreitet, völlig  normal und in der Gesellschaft der Philippinen vollständig akzeptiert.  Wieviel Zeit wird noch vergehen bis das alle auch in Europa begreifen ?

Wir räumen jetzt die Bühne, reisen weiter nach Indonesien, genau nach Bali, wo weitere Vulkane und Abenteuer warten, drehen das Radio nochmal schön laut und sagen: Danke Philippinen, Danke Thomas A. und Dieter B.

 I’ll feel alone, when I’m coming home

Oh my sexy little lover, tell me there’s no other

just when I’m down, I need you all around.

My sexy, sexy lover, I wanna be your cover

There’s no other, who’s breaking apart.

Don’t touch me !

Regen, Regen ...

Um die Metapher, die Reise als  Popsong zu begreifen, aufzugreifen kommt im ersten Moment für China nur der Hit von MC Hammer aus den 90er Jahren in Frage. Can’t touch this. Präsentiert wird das Lied von Jakob und Arthur, die sich zwar mittlerweile daran gewöhnten permanent fotografiert zu werden, allerdings  finden sie weniger Gefallen das sie ständig von fremden Menschen angefasst, hochgehoben und gedrückt  werden sollen.  Die Eltern werden geflissentlich ignoriert oder ebenfalls  für ein Photo in den Schwitzkasten geklemmt. Wir sollten, nein wir werden unseren Söhnen folgenden Satz beibringen: ‚ Ein Photo, 100 Yuan.‘ Habe gerade überschlagen was uns da schon entgangen ist, und bin empört.

Chinas Ostküste ist dicht-, ich bin geneigt zu sagen überbevölkert, mit Industrieanlagen reich und dicht bestückt und es mangelt eindeutig an Vulkanen.  Es ist keine Freunde hier Fahrrad zu fahren. Der Februar macht diese Region nicht unbedingt angenehmer und Schneeregen und wochenlanger Dauerregen tun ihr übriges … Wir kürzen gelegentlich mit dem Bus ab, machen einen Abstecher in die ansehnliche Province Guangxi die mit einer bizarrer Karstlandschaft aufwarten kann und erreichend radelnd den Süden Chinas und Hong Kong.

Nächste Station: die Philippinen, wo kein Mangel mehr an aktiven Vulkanen besteht. Hurra !