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Saludos de Sudamérica!

Chile -Halbzeit am Pazifischen Feuerring

Januar 2017
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Kinder, wie die Zeit vergeht … Unsere Jungs, Arthur und Jakob, sind mittlerweile vier und sieben Jahre alt und haben ein Großteil ihres Lebens reisend erlebt. Zuerst in Kamtschatka, unserer Zweitheimat, und nun sind sie schon knapp zwei Jahre und fast 20.000 Kilometer entlang des pazifischen Feuergürtels unterwegs. Die letzten Monate in Ozeanien waren für uns alle vulkanisch und  landschaftlich ein Höhepunkt der bisherigen Reise. Wir erklommen mit unseren Fahrrädern aktive Vulkane in der Südsee, schauten in brodelnde Lavakessel, bekamen ein Gefühl für die grenzenlose Weiten des australischen Kontinents und der neuseeländischen Gastfreundschaft. Die Kinder entwickeln sich prächtig und wachsen zu interessierten offenen Weltbürgern heran. Seit Neuseeland fährt Jakob sein eigenes Fahrrad und seit Chile besteht auch Arthur auf sein eigenes Gefährt.
Seit Ende Dezember sind wir nun wieder unterwegs, zum dritten und letzten Teil des pazifischen Feuerrings. Von Chile wollen wir durch Latein- und Nordamerika zurück nach Kamtschatka um den Kreis zu schließen, noch ehe ein neuer Lebensabschnitt beginnt, die Einschulung unseres ältesten Sohnes.
Voll Vorfreude blicken wir auf die höchsten aktiven Vulkanen der Erde, Salzwüsten, Geysire, neue und unbekannte Kulturen und nicht zuletzt sind wir gespannt wie es funktioniert mit vier Fahrrädern zu reisen.
Aber was sollen wir uns sorgen ? Das Fahrrad –  seit 15 Jahren ein Rotor,  der Antrieb seit 15 Jahren eine Rohloff und dichte Radtaschen seit über 10 Jahren von Ortlieb. Vielen herzlichen Dank!

 

Ohh, Australia…

April / Mai 2016, Australien

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Es muss etwa 1986 gewesen sein als ich beschloß mit dem Fahrrad nach Australien zu fahren, aber es bedurfte noch 10 Jahre ehe einige bremsenden Mauern eingerissen und ich reif war für die erste große Reise. Über ein Jahr und ungezählten Abenteuer später war Australien zum greifen nah, doch ein heimtückischer Virus im Gehirn brachte mich noch in Südostasien zu Fall. Die folgenden 10 Jahre kam ich immer wieder vom rechten Wege ab und trieb mich eher in polaren Regionen mit dem Fahrrad herum.

Die Erwartungen waren entsprechend groß als ich mit 20 Jahren Verspätung Australien erreichte.

Da war es wieder,  dass Gefühl im richtigen Moment am richtigen Platz zu sein.  Begegnungen die wir auf den Solomonen Inseln vermissten, waren hier wieder an der Tagesordnung. Welch ein unglaublich entspanntes Lebensgefühl,  welch Unverkrampftheit und welch grandiose weite Landschaften.  Das Warten hatte sich gelohnt. Doch was hatten wir für Pläne… Australien, kreuz und quer, von West nach Ost und Nord nach Süd, aber familäre Gründe ließen uns nur wenige Wochen Zeit um etwas an der Ostküste zu kratzen. Manchmal ist eben Familie wichtiger als die schönsten Reise. Manchmal ist es auch an der Zeit Danke zu sagen für die Hilfe, die Unterstützung für ein offenes Ohr… ,  und sei es nur posthum… Danke, Vater,… wir werden Dich vermissen.

Salomonen Inseln 

April 2016

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Es gibt wohl kein Staat in der Südsee der nicht behauptet die glücklichsten Bewohner zu haben.  Fijianer sind glücklich, Vanuater sind glücklich, natürlich wollen auch die Salomoner glücklich zu sein. Behaupten sie zumindestens. Beim erstmaligen Treffen zweier Menschen, dauert es mitunter nur wenige Sekunden um Sympathie oder Abneigung festzustellen, bei Ländern ergeht es, zumindest uns, nicht anders. Die ersten Minuten  oder wenige Stunden im Land entscheiden. Liebe auf dem ersten Blick war es bei der Ankunft in Honiara nicht. Auch beim zweiten, dritten… taten wir uns schwer. Die Ursachen sind nicht einfach zu finden und zu benennen … Sind es die Folgen der ethnischen Unruhen die hier vor wenigen Jahren noch tobten,  oder die scheinbar damit verbundenen Lethargie der Menschen,  der offene Drogenkonsum von Kindern oder einfach der Müll mit dem sich die Bewohner ungestört umgeben?

Die Salomonen, mit ihren 992 Inseln, sind ein Paradies für Reisende die sich für gesunkene Kriegsschiffe der Japaner und Amerikaner aus dem Zweiten Weltkrieg interessieren, für Vulkanbesteiger die wochenlanges Warten auf Fähren und horrende Kosten in Kauf nehmen, aber sie sind wahrlich kein Land zum Fahrradfahren, einfach aus Mangel an Straßen. Guadalcanal, die Hauptinsel, hat etwa 200 Kilometer Straßen und Wege zu bieten, aus Sicherheitsgründen, wird behauptet, sind allerdings nur 50 Kilometer befahrbar. Das taten wir mehrfach… aber nach vierzehn langen Tagen war es wirklich genug und die Flüge nach Australien wurden ein paar Wochen vorverlegt. Bei vielen bereisten Länder wünschen wir uns eine baldige Rückkehr, bei den meisten wird es aus zeitlichen Gründen leider nie klappen,  aber mit Sicherheit können wir behaupten das uns die Salomonen Inseln so schnell nicht Wiedersehen werden.  Sorry…

 

 

Im vulkanischen Paradies

Vanuatu

März/April 2016

 

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Der Südseestaat Vanuatu gehört mit seinen 83 Inseln zu den Neuen Hebriden, erstreckt sich über 1300 km und bietet knapp 260.000 Menschen eine Heimat. Die Fakten sind nüchtern, allerding ist die Region für uns der vulkanische Höhepunkt auf der Südhalbkugel bei unserer Reise um den Pazifischen Feuerring.  Drei Inseln besuchen wir die unterschiedlich nicht sein könnten . Die französische geprägte Insel Efate, mit der verschlafenen Hauptstadt Port Vila, die nur gelegentlich aus der Ruhe gebracht wird, wenn tausende Touristen von den riesigen Kreuzfahrtschiffen gekippt werden.

Die Insel Tanna mit dem kleinsten aktiven und kinderfreundlichsten Vulkan der Erde, der nur 361 Meter hohe Mt. Yasur, der selbst mit dem Fahrrad und Kind einfach zu erklimmen ist. Seit über 800 Jahren ist der Yasur fast permanent aktiv und trägt nicht umsonst den Beinamen, der Leuchtturm der Südsee. Wir radelten in Tanna durch dichten Dschungel, auf unwegsamen Pfaden, besuchten abgelegene Dörfer wo das Leben wie in einer Zeitkapsel vor hunderten Jahren stehengeblieben ist und hatten einige bizarre Begegnungen mit Anhängern der John Frum Bewegung, einer Form des Cargo – Kult, die in Erwartung eines Messias leben der sie mit westlichen Konsumgütern reichhaltig beschenken wird.

Die Insel Ambrym, die im Grunde genommen aus einem einzigen riesigen Schildvulkan besteht, ist eine der aktivsten Zonen im Südseeraum da sich hier die Pazifische- und die Australische Platte treffen. Die Vulkankegel Benbow und Marum sind hierbei am interessantesten, da sich im Krater Lavaseen mit ca. 1200 Grad Celsius befinden, und mit entsprechender Ausrüstung die Möglichkeit besteht relativ tief in den Krater einsteigen zu können.

Aus Mangel an Pfaden, und weit verstreuten Inselvulkanen ist Vanuatu nicht einfach mit dem Fahrrad zu bereisen, aber die Mühe allemal wert. Wie so oft wünschten wir uns viel mehr Zeit zu haben, und wieder einmal hören wir uns sagen: wir kommen wieder…  und bleiben länger… 

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Fiji

Februar / März 2016 

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Im europäischen Winter, ist Regen- und Zyklonzeit in der Südsee. Tropische Temperaturen, laue Regenfälle und Zyklonen gehören in dieser Zeit in Fiji , wie weißer Strand zum blauen Meer. Im Fruehjahr 2016 wurde der Inselstaat vom Zyklon Winston heimgesucht, der staerkste Sturm seit ueber hundert Jahren. 65000 Menschen sind betroffen und vielen hat der Sturm alles genommen. Wir sind waehrend des Sturmes schon vor Ort, harren die schlimmsten Tage an der Westkueste aus und radeln dann um die Hauptinsel Viti Levu. Was muss passieren um diese Menschen aus der Ruhe zu bringen ? Bula, Bula schallt es von ueberall, Menschen die alles verloren haben ueberreden uns in ihren Notunterkuenften zu bleiben und die ausgegebenen Lebensmittelrationen mit ihnen zu teilen. Beschaement fuer uns, selbstverstaendlich fuer die Fiji´s. Wir kommen nochmal und bereisen die anderen 331 Inseln …

 

 

Hello, my friend!

NEUSEELAND

Januar/Februar 2016

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„Hello, my friend.“ – Captain Brad & 147 andere

„Awesome.“  Kate, Peter, …  & 367 andere

„F***ing awesome.“…  Michael,…  & 89 andere

„Nice set up.“ Richard , Sarah,… & 195 andere

„Crazy guys.“ Taylor,…  & 105 andere

 

Knapp zwei Monate und fast 2000 Kilometer auf dem Fahrrad verbrachten wir auf der neuseeländischen Nordinsel. Der Reaktion der Einheimischen nach zu urteilen gibt es nicht viele alleinreisende Väter die ihre Söhne die zahlreichen Berge hinaufziehen und wieder hinabrasen .  Die Folgen nahmen oft bizarre Züge an…  abrupt stoppende Autos und feilgebotene Süßigkeiten (für die Kinder – selbstverständlich), Filmaufnahmen aus fahrenden Fahrzeugen,  wegelagernde Kaltgetränkeanbieter, eine Seniorin die ihr Haus erstmalig für Unbekannte zur Verfügung stellte obwohl der Gatte nicht zugegen war, zahme LKW-Fahrer die uns überreden wollten die Räder aufzuladen,  ein Polizist der Jakob den Pass hinauf chauffierte den er sonst aufgrund Steilheit hätte laufen müssen, erzwungene Pausen (Kinder müssen in Pool schwimmen, Vater muss Bier mit Gastgeberin trinken), ein bedenkenlos überlassenes Auto um mal eben zu den See hochzufahren den wir uns sonst aufgrund abschreckender Höhenmeter geschenkt hätten…  Hello, my friend… selten zuvor wirkte diese Phrase so ernst gemeint wie in den letzten Wochen. Hier könnte es uns, und dies sagen sogar die Kinder, dauerhaft gefallen. Fast könnten wir den Kiwis verzeihen das sie alles mit Stacheldraht und Elektrozäunen abgrenzen , damit Schaf und Kuh nicht abhauen , aber wer schon mal ein Doppelkinderhänger über solche ein Zaun wuchten musste, nur um ein Platz für das Zelt zu finden, weiß das dies nicht immer Spaß macht. 

Auch landschaftlich hat dieser Teil der Erde einiges zu bieten. Der Inselstaates liegt am pazifischen Feuerring und ist mit vulkanischen Aktivitäten gesegnet. Aktive Vulkane, kochende Schlammtöpfe, Sulfatare, Geysire, fauchende Fumarolen…  Leider, und dies ist der Nachteil als alleinreisender Vater,  sieht man die meisten dieser wunderbaren Phänomene nur von Weitem, da die Jungs noch nicht bereit sind mal ein paar Tage mehr zu laufen. Da müssen wir anscheinend später nochmal vorbeikommen… 

Anbei eine kleine Auswahl an Photos. Diesmal etwas kind- statt vulkanlastig. Grüße von der anderen Seite, Arthur, Jakob und Oliver!

 

 

SÜDWEST-PAZIFIK

Der Pazifische Feuerring 

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Wieder unterwegs! Seit einigen Wochen setzen wir unsere Fahrradweltreise um den Pazifischen Feuerring fort. Die nächste Etappe wird uns durch Neuseeland, Fiji, Vanuatu, die Solomonen und Australien führen.

Viele Grüße von der neuseeländischen Nordinsel!